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EFQM 2017

11. Mai 2019

73. Landestagung des bvv am 9./10. Mai 2019

Am 9. und 10. Mai 2019 hielt der Bayerische Volkshochschulverband in „Bayern ganz oben“, in Hof an der Saale, seine 73. Landestagung und Mitgliederversammlung ab.

„Ich kann mir keinen geeigneteren Ort für diese Tagung vorstellen, als eine Freiheitshalle“, so bvv-Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Klaus Meisel zur Eröffnung und Begrüßung der Delegierten und Gäste am Donnerstagabend. Vor 100 Jahren wurden viele Volkshochschulen gegründet; sie sind seit ihrer Gründung Orte der Bildung und der Demokratieerziehung.

In diesem Geist steht die verbandspolitische Grundsatzerklärung zur politischen Bildung an Volkshochschulen, die die bvv-Mitgliederversammlung am heutigen 10. Mai verabschiedete, die „Hofer Erklärung“. Wie es sich für ein solches Dokument und für die Einrichtung Volkshochschule gehört, wurde sie in einem demokratischen Verfahren entwickelt, diskutiert und beschlossen. „Demokratie braucht Menschen, die wissen, wie Demokratie funktioniert, von ihrem Wert überzeugt sind und sich für ihre Gestaltung einsetzen. Diese Erkenntnis stand am Anfang der 100jährigen Geschichte der Volkshochschulen und war der Hauptgrund für deren Wiedergründung nach dem Nationalsozialismus. Die Herausforderungen sind nicht kleiner geworden. Volkshochschulen sind gute Orte, um globale Zusammenhänge und lokales Handeln zu verbinden und so für politisches und zivilgesellschaftliches Engagement zu begeistern.“

bvv-Präsidentin Barbara Stamm freut sich: „Wir beschließen ja hier nicht nur ein Papier. Wir bekennen uns klar zum Respekt gegenüber kontroversen Positionen, zur gelebten Diversität der Volkshochschulen. Kritische Standpunkte sind willkommen; die Grenzen liegen bei Positionen, die auf die Zerstörung der Demokratie abzielen.“

Eine optimale Einstimmung der Delegierten auf die heutige Abstimmung über die „Hofer Erklärung“ bot gestern beim festlichen öffentlichen Teil der Landestagung der Impulsvortrag von Prof. Dr. Martha Friedenthal-Haase „Die Volkshochschulen und die geistigen Grundlagen der Demokratie – Rückblick und Ausblick nach den ersten hundert Jahren“. Mit ihren kenntnisreichen Ausführungen entführte Dr. Friedenthal-Haase, frühere Inhaberin des Lehrstuhls für Erwachsenenbildung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, ihre Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine spannende Zeitreise durch hundert Jahre institutionalisierte Weiterbildung der erwachsenen Bevölkerung. Der Wechsel der politischen Systeme im Laufe von 100 Jahren hat die Volkshochschule nicht unberührt gelassen: Sie blüht und gedeiht, wenn die Demokratie in Deutschland stark ist. Zur Förderung und Erhaltung der Demokratie kommt ihr eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.

Begleitet wird das programmatische Bekenntnis zu politischer Bildung und Demokratierziehung durch ein System finanzieller und praktischer Unterstützung der bayerischen Volkshochschulen durch die Bezirke und die Geschäftsstelle des Bayerischen Volkshochschulverbands. Dafür ist eine solide, langfristige institutionelle Förderung unabdingbar. Umso besser, dass jetzt klar ist: Die Bayerische Staatsregierung wird die im Juli 2018 als Ergänzung zum neuen Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz (EbFöG) vom Landtag einstimmig verabschiedete Entschließung zum Ausbau dieser Förderung ohne Abstriche umsetzen.

Dies bekräftigte am Donnerstagabend Herbert Püls, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, in seinem Grußwort an die bvv-Landestagung. Er dankte den bayerischen Volkshochschulen für ihre großartige Arbeit, die sie tagtäglich leisten: in der Grundbildung, der Integration, der Sprach- und der beruflichen Bildung, der europäischen Zusammenarbeit – denn: „Es ist des Lernens kein Ende“, zitierte Püls den Komponisten Robert Schumann, von dem kaum jemand im Auditorium wusste, dass er sich zum Lernen im Lebenslauf geäußert hat.

Im Namen des bvv bedankte sich Prof. Dr. Klaus Meisel herzlich bei den Gastgeberinnen und Gastgebern in Hof: der Leiterin der Volkshochschule Lkr. Hof, Ilse Emek, beim Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und beim Landrat Dr. Oliver Bär. Die Mitgliederversammlung am heutigen Freitag war auch Gelegenheit, einigen langjährigen Kolleginnen und Kollegen „Servus“ zu sagen, weil sie in den Ruhestand gehen, darunter Wilhelm F. Lang, Verbandsdirektor bis Mitte April 2019, und der Revisorin Marlene Hof-Hippke, die zusammen mit anderen Verantwortlichen die minutiös geordneten finanziellen Verhältnisse des Bayerischen Volkshochschulverbands garantierte.

Mit Bravour hat der erst im November nach neuer Satzung gewählte bvv-Aufsichtsrat ein erstes Meisterstück in kurzer Zeit bewerkstelligt: die Besetzung der beiden Stellen für den künftigen hauptamtlichen Vorstand des bvv. Dr. Regine Sgodda, Referentin des Management-Direktors der München Volkshochschule, und Dr. Christian Hörmann, Leiter der Landesstelle der Katholischen Erwachsenenbildung in Bayern, werden im Herbst 2019 mit ihrer Tätigkeit beim Bayerischen Volkshochschulverband beginnen. Beide wurden von den Kolleginnen und Kollegen der Volkshochschulen und der bvv-Geschäftsstelle herzlich willkommen geheißen.