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EFQM 2017

Hörpfade - bayerische Regionen sprechen für sich

Audioguides von Bürgern für Bürger. Was ist das Besondere an meiner Region? Was zeichnet den Ort aus, an dem ich lebe? Was macht unsere Heimat so unverwechselbar?



In Kursen bayerischer Volkshochschulen produzieren Menschen ganz persönliche Audioguides über die Region, in der sie leben. Sie recherchieren und nehmen Interviews mit Zeitzeugen und Experten auf. Sie produzieren Reportagen und inszenieren Hörspielszenen. Sie nehmen ihre Zuhörer mit an ungewöhnliche Orte oder lassen vergangene Zeiten wieder lebendig werden. Sie schreiben, sprechen und schneiden ihre Beiträge selbst und publizieren sie dann auf der Website ihrer Volkshochschule sowie auf der klingenden Landkarte der Volkshochschulen www.klingende-landkarte.de. So entstehen individuelle Hörpfade durch Bayern, die die Vielfalt regionaler Geschichte, Kunst und Kultur erlebbar machen.

Professionelle Unterstützung
Die „Hörpfade“ sind ein Projekt des Bayerischen Volkshochschulverbands e.V. in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und der Stiftung Zuhören. Kursleiterinnen und Kursleiter interessierter Volkshochschulen werden zunächst von medienpädagogischen Fachkräften des Bayerischen Rundfunks intensiv geschult: Sie lernen, wie man Themen recherchiert, welche akustischen Gestaltungsmittel es gibt, um Fakten informativ, unterhaltsam und spannend zu vermitteln und wie man dazu textet. Sie erlernen den Umgang mit dem Mikrofon, üben das Sprechen von Texten und das Schneiden von Audios am Laptop. Ihr neu erworbenes Basiswissen geben sie anschließend an ihre Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer weiter. Außerdem können sie Mediencoaches des Bayerischen Rundfunks zur Unterstützung anfordern. Diese helfen dabei, eine passende Gestaltungsform für die Beiträge zu finden, geben Tipps für das Abfassen der Skripte, unterstützen beim Audioschnitt und bei einer ansprechenden stimmlichen Gestaltung. Die nötigen Aufnahmegeräte und Laptops sind an den Volkshochschulen entweder bereits vorhanden oder werden für das Projekt angeschafft. Vor Ort ergeben sich vielfältige Kooperationen, z.B. mit Heimatverbänden, Museen oder Vereinen.

Akustische Denkmäler für Lieblingsorte
Wichtiges Prinzip aller Hörpfade bleibt dabei aber immer: Die Inhalte bestimmen die Teilnehmer selbst, nicht die Mitglieder des Gemeinderats oder Tourismusverbands. So entstand in Ebersberg das Porträt eines beliebten Kiosks, in Aichach forscht ein Teilnehmer über die Biografie einer Wirtshausbesitzerin aus dem 19. Jahrhundert und in Sauerlach machten Jugendliche einen akustischen Streifzug durch die örtliche Musikschule. Die Hörpfade können mündlich überliefertes Wissen festhalten und kleine Denkmäler für Lieblingsorte setzen. Rund 40 Volkshochschulen in Bayern sind oder waren bereits dabei – bieten also einen Hörpfade-Kurse an, bereiten einen neuen Kurs vor oder haben schon einen Kurs erfolgreich abgeschlossen. Teilweise gehen die Hörpfade auch in eine neue Runde und es entstehen weitere Audios, die die Produktionen des ersten Kurses ergänzen. Und manchmal entsteht auch ein besonderer Zusammenhalt zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, so wie in Oberhaching. Dort treffen sich die Hobby-Journalistinnen und -journalisten regelmäßig zum Stammtisch. Sie haben durch die Hörpfade nicht nur ihren Ort, sondern auch ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger besser kennengelernt. Eine schwäbische Volkshochschule will deshalb das Konzept nutzen und die Hörpfade gemeinsam mit einem Deutschkurs für Zuwandererinnen und Zuwanderern durchführen.

Präsentation der Hörpfade und Webpräsenz
Zum Abschluss des Kurses präsentieren die Volkshochschulen die entstandenen Audios in der Regel mit einer feierlichen Veranstaltung der Öffentlichkeit. Außerdem können alle entstandenen Hörpfade im Netz nachgehört werden: Unter www.klingende-landkarte.de wächst eine digitale Landkarte Bayerns, auf der Bewohner und Besucher der Orte alle gelungenen Audios abrufen können.
Ihre Ansprechpartner
Ruth Jachertz
Tel: +49 89 510 80 40
Elisabetta Mola
Tel: +49 89 510 80 17