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EFQM 2017

18. Dezember 2019

Volkshochschulen gegen Antisemitismus

Der Vorstand des bvv hat im Juli 2019 beschlossen, dass sich der Bayerische Volkshochschulverband der Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) anschließt.



Ein gemeinsames internationales Verständnis von Antisemitismus ist Grundvoraussetzung für dessen wirksame Bekämpfung. Gerade aus seiner historischen Verantwortung heraus setzt sich Deutschland unmissverständlich gegen jede Form von Antisemitismus ein. Die Arbeitsdefinition soll insbesondere als Vorbild beispielsweise für entsprechende Bildungsinhalte in der Erwachsenen- sowie der Kinder- und Jugendbildung dienen. Sie kann damit dazu beitragen, die vielfältigen Facetten des Antisemitismus herauszuarbeiten und zu analysieren.
Am 17. Dezember 2019 vereinbarten die bayerischen Volkshochschulen und der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung ihre weitere enge Zusammenarbeit. Dazu gaben sie die folgende gemeinsame Pressemitteilung heraus:

Am 15. Dezember 2019 feierte Esther Bejarano ihren 95. Geburtstag. Sie hat Auschwitz und den Holocaust überlebt und engagiert sich unermüdlich für eine solidarische friedliche Welt ohne Rassismus und Antisemitismus – heute leider wieder notwendiger denn je!Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle, und der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Bayerischen Volkshochschulverbands, Prof. Dr. Klaus Meisel, bekräftigten daher bei ihrem heutigen Zusammentreffen in München ihren gemeinsamen Einsatz gegen Antisemitismus und für eine noch engere Zusammenarbeit: „Die Volkshochschulen sind seit ihrer Gründung untrennbar mit gelebter Demokratie verbunden. Ihre Bildungsarbeit fördert einen respektvollen Umgang und ein humanes Miteinander. Sie sind offen für alle, aber nicht für alles: Rassistische, antisemitische und menschenverachtende Auffassungen haben an Volkshochschulen keinen Platz“, so Klaus Meisel.

Regierungsbeauftragter Dr. Spaenle: „Die Volkshochschulen in Bayern erreichen Menschen unabhängig von Geschlecht und Alter und ermöglichen es, mit ihnen einen umfassenden Dialog zu den Werten unserer Gesellschaft und unserer Demokratie zu führen. Daraus ergeben sich besondere Chancen, die wir angesichts des wieder stärker hervortretenden Antisemitismus ergreifen wollen. Gerade im Jahr 2021 können wir 1.700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland begehen und dabei seine Vielfalt in einmaliger Weise sichtbar machen. Ich bin sehr froh, dass der Bayerische Volkshochschulverband mit uns gemeinsam diese Herausforderung annimmt und sich klar zur Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance bekennt.“

Der Vorstand des bvv hat sich im Sommer 2019 – wie die Bundesregierung – der Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) angeschlossen, in der es heißt: 'Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.'

Die IHRA-Definition ist für die Volkshochschulen Anregung und Vorbild, entsprechende Inhalte und Formate in ihrer Bildungsarbeit umzusetzen. So bereiten Bayerischer Volkshochschulverband und Bayerischer Bibliotheksverband für Mai 2020 aus Anlass des Jahrestags der faschistischen Bücherverbrennung Lesungen aus 'verbrannten Büchern' vor. Dr. Ludwig Spaenle hat die Schirmherrschaft über diese Veranstaltungsreihe übernommen und wird auf Einladung der Volkshochschule Fürth eine Lesung persönlich durchführen. Die Volkshochschulen haben auch außerhalb von großen Gedenkveranstaltungen ein umfangreiches Fortbildungs- und Kursangebot in ihrer politischen Bildungsarbeit, das für den alltäglichen Antisemitismus sensibilisiert und dazu ermutigt, ihm entgegenzutreten."
Die gemeinsame Pressemitteilung des Antisemitismusbeauftragten Dr. Ludwig Spaenle und des Bayerischen Volkshochschulverbands steht hier im pdf-Format zur Verfügung: Gemeinsame Pressemitteilung
Ihre Ansprechpartnerin
Ruth Jachertz
Tel: +49 89 510 80 40